Was ist das?
Fast alle Jugendlichen und junge Erwachsene kennen das Problem: Pünktlich zu Beginn der Pubertät fängt es auf der Haut an zu sprießen. Komedonen (Mitesser), Papeln (leichte Entzündungen), Pusteln (Eiterbläschen) und schmerzhafte Knoten breiten sich aus. Auch zunehmend Erwachsene allen Alters leiden heute unter der weltweit häufigsten Hauterkrankung. Akne (aus dem Griechischen „Akme“, Reife) ist eine zum Glück nicht ansteckende, entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen, genauer gesagt der Talgdrüsenfollikel in der Haut. Talgdrüsenfollikel befinden sich in großer Zahl im Gesicht (ca. 900/cm2) aber auch an Brust, Rücken und der Außenseite der Oberarme (ca. 100 cm2 am Körper). Gesunde Talgdrüsenfollikel bestehen aus locker geschichteten Hornzellen, die sich in regelmäßigen Abständen lösen und mit dem Hauttalg (Sebum) durch den Follikelkanal an die Hautoberfläche wandern. Bei Akne ist dieser Vorgang gestört, der Hauttalg staut sich und das Immunsystem reagiert mit Entzündungen.
Akne ist nicht ansteckend, jedoch je nach Schweregrad für die Betroffenen schmerzhaft und unangenehm. Auch die seelischen Auswirkungen sind, gerade bei Jugendlichen, nicht zu unterschätzen.
Die verschiedenen Akneformen
Akne wird nach Ursache, Ausprägung, Schweregrad oder Lebensalter klassifiziert:
Acne vulgaris: Die häufigste Form tritt, bedingt durch verstärkten Androgeneinfluss, während der Pubertät auf und klingt nach dem 25. Lebensjahr in der Regel wieder ab. Narbenbildung ist nicht zu befürchten.
Acne papulopustulosa: Es dominieren Papeln und Pusteln, vereinzelt auch Komedonen. Die Gefahr zurückbleibender Narben als Folge der Entzündungsprozesse besteht.
Acne conglobata: Schmerzhafte Knoten, Fistelkomedonen, Papeln, Pusteln und großflächige Rötungen dominieren diese stark entzündliche Akneform. In der Folge droht starke Vernarbung.
Neugeborenenakne (acne neonatorum): Die Komedonen und Papulopusteln auf Stirn und Wangen des Säuglings verschwinden narbenlos innerhalb weniger Monate. Diese Form der Akne ist selten.
Kosmetikakne (acne cosmetica): Kleine, dichtstehende Komedonen auf Stirn, Kinn, Wangen, die sich als Reaktion auf bestimmte (komedogene) Kosmetika bilden.
Knibbelakne (acne arteficialis oder acne exorcie des jeunes filles): Eine Form der Akne, die durch äußere Verletzungen verursacht wird und nur bei jungen Frauen auftritt. Kleinste Hautunreinheiten werden mit Fingernägeln und anderen Instrumenten zwanghaft bearbeitet. Ergebnis dieser Behandlung sind Abschürfungen, Verletzungen und Narbenbildung. Hier hilft nur eine Psychotherapie.
Mallorca-Akne: Diese Akneform wird von extremer UVA-Bestrahlung ausgelöst, tritt also nach übermäßigem Sonnenbaden auf und ist eigentlich keine richtige Akne. Es bilden sich hartnäckige Knötchen, vor allem an den talgdrüsenreichen Körperstellen. Oft fehlen Komedonen und Pusteln.
„Berufsakne“ (Chlorakne): Öle, Chlor, Teer und viele weitere Chemikalien können diese Form der Akne auslösen, weil sich dabei große, dicht stehende Komedonen, die meistens jedoch nicht entzündlich sind, bilden.
Medikamentenakne: Diese Form der Akne wird durch barbiturat-, lithium- oder kortikosteroidhaltige Medikamente ausgelöst aber auch durch erhöhte Dosen an Anabolika und den Vitaminen B6, B12 oder D2, weil diese die Ausschüttung männlicher Sexualhormone fördern.

