Entstehung
Handelt es sich bei der Neurodermitis primär um einen Defekt in der obersten Hautschicht (dermatologische Doktrine) oder primär um eine immunologische Störung, bei der die Entzündung der Haut die Folge einer allergischen Reaktion ist (immunologische Doktrine)? Die Ursachen sind in ihrer ganzen Komplexität noch nicht hinreichend geklärt. Experten gehen davon aus, dass bei der Neurodermitis mehrere Faktoren beteiligt sind: die genetische Veranlagung, immunologische (das körpereigene Immunsystem betreffend) Veränderungen und Umweltfaktoren.
Gestörte Barriere-Funktion der Haut (dermatologisch)
Eine gesunde Haut versorgt sich selbst mit Fett und Feuchtigkeit, ist undurchlässig und schützt den Menschen vor Wasserverlust und äußeren Reizen. Sie bildet eine starke physikalische Barriere gegen „Angriffe“ von außen. Bei der an Neurodermitis erkrankten Haut ist die natürliche Fett- und Feuchtigkeitsversorgung der Haut schwer gestört. Sie trocknet aus und reagiert überempfindlich auf Reize, die einer gesunden Haut nichts anhaben können, etwa Schweiß, raue Textilien, Pflegepräparate oder kleine Verletzungen. Die Haut wird durchlässig für Allergene (Allergien auslösende Stoffe) und anfällig für Hautinfektionen. Ihre Barrierefunktion ist entscheidend gestört und sie kann den Organismus nicht mehr hinreichend schützen.
Neigung zu Allergien und Infektionen (immunologisch)
Neurodermitis-Patienten weisen oftmals eine erhöhte Sensibilisierung gegen Umweltallergene aus (Nahrungsmittel, Pollen, Hausstaub/Milbe, Tierhaare, Pilze ...) und erkranken häufig an Allergien wie Heuschnupfen oder allergischem Asthma. Darüber hinaus besteht eine hohe Neigung zu viralen und bakteriellen Infektionen.
Faktoren, die eine Neurodermitis begünstigen können
Neben der genetischen Prädisposition sind zahlreiche weitere Faktoren in der Diskussion, die möglicherweise eine Neurodermitis begünstigen können. Etwa die Einnahme bestimmter Medikamente (Antibiotika, Steroide), psychosomatische Faktoren, die Umweltverschmutzung, Rauchen, Stress, eine erniedrigte Stimulation des Immunsystems oder die „westliche“ Lebensweise als solche (Neurodermitis als „Zivilisationskrankheit“).

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