Entstehung
Xerose kann zahlreiche und vielfältige Ursachen haben. Sie kann von Umweltfaktoren ausgelöst werden oder die Begleiterscheinung einer weiteren Erkrankung sein. Immer liegt ihr jedoch eine Störung der natürlichen Wasser-Fett-Versorgung (Hydrolipidsystem) zugrunde, die die gesunde Haut vor dem Austrocknen schützt.
Wenn der Wasser-Fett-Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät
Die äußerste Schicht der Oberhaut (Epidermis), die so genannte Hornschicht, besteht aus Lipiden (Fett), die zwischen abgestorbenen Hornzellen (Korneozyten) lagern und diese zusammenhalten – wie Mörtel die Backsteine einer Mauer. Diese Lipide sind entscheidend für die Speicherung von Feuchtigkeit und damit auch für das Binden von Wasser in der Haut. Sie werden in den Talgdrüsen gebildet. Bei einer Xerose wirken zwei Mechanismen zusammen: Durch die Unterversorgung mit Lipiden sinkt der Wassergehalt in der Hornschicht und gleichzeitig steigt die Anzahl der toten Hornzellen. Die Hornschicht verliert ihre Geschmeidigkeit, die Haut wird spröde, rötet sich und beginnt zu jucken. Sie wird durchlässiger für „Angriffe“ von außen, Allergene, Schadstoffe, Keime usw. Kurz gesagt: Die „Mauer“ wird brüchig, sie schützt nicht mehr.
Xerose kann viele Ursachen haben
Experten unterscheiden zwischen „angeborener“ und „erworbener“ Xerose. Das Spektrum der angeborenen Xerose reicht von nicht-pathologischer, genetisch bedingter spröder Haut – wie sie zum Beispiel viele rothaarige Menschen aufweisen – bis zu schweren Erkrankungen. Bei der angeborenen Xerose ist der Selbstregulierungsprozess der Haut von innen gestört. Das klassische Krankheitsbeispiel ist die Neurodermitis. Aber auch bei der seltenen Erbkrankheit Ichthyose (Fischschuppenkrankheit) und bei Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Gallen-, Leber- oder Nierenkrankheiten ist Xerose ein typisches Symptom. Eine „natürliche“ Xerose wiederum verursacht der Alterungsprozess der Haut. Im Alter wird die Haut dünner und die Talgdrüsen produzieren weniger Fett.
Die „erworbene“ Xerose wird von äußeren Faktoren verursacht. Zum Beispiel durch:
- klimatische Einflüsse wie Kälte, Sonne, Wind,
- den längeren Aufenthalt in trockener Heizungsluft,
- berufsspezifische Hautbelastungen (Frisör, Bäckerei, Gaststätten, Baugewerbe),
- extremes Sonnenbaden,
- häufiges Baden oder Duschen oder die
- zu großzügige Verwendung ungeeigneter Pflegepräparate,
die die Haut austrocknen.
Wird die gesunde Haut über längere Zeit starken Reizen ausgesetzt, kann sie den Feuchtigkeitsverlust nicht mehr selbst regulieren. Ihre Barrierefunktion wird gestört und sie wird durchlässiger für Schadstoffe, Allergene und Erreger. In der Folge können Erkrankungen wie eine Schuppenflechte (Psoriasis), ein Austrocknungsekzem oder ein allergisches Kontaktekzem auftreten.

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