Rosazea: Ursache & Entwicklung

Was ist Rosazea?

Bei Rosazea (engl.: Rosacea) handelt es sich um eine nicht ansteckende und entzündliche Hauterkrankung. Meistens tritt Rosazea im Gesicht auf und tritt vor allem bei Erwachsenen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr zum ersten Mal auf. Bei jüngeren Menschen bricht die Hautkrankheit Rosazea eher seltener aus. Statistiken zufolge tritt Rosazea bei Frauen deutlich häufiger auf als bei Männern. Jedoch tritt die bekannte knollenförmige Verdickung der Nase, auch als Rhinophym bekannt, ausschließlich bei Männern auf.1

Übersetzt bedeutet Rosazea (rosaceus, lateinisch: rosenfarbig)2 so viel wie „Rosenblütchen“ – angelehnt an die krankheitstypische Gesichtsrötung. Bei Rosazea werden die typischerweise feinen Äderchen der Gesichtshaut krankhaft erweitert, was eine erhöhte Hautdurchblutung auslöst und sich durch fleckige Rötungen bemerkbar macht. Die typischen Rosazea-Symptome machen sich dabei vor allem an Wangen, Nase, Kinn und Stirn bemerkbar. Zudem treten auch phasenweise Entzündungen auf, die als Knötchen und Pusteln auftreten3 und zusätzlich Hautverdickungen hervorrufen können. Außerdem können sich die Entzündung auch auf die Augenlidränder und Bindehäute ausbreiten.

Noch immer aber landen Rosazea-Patienten häufig in der Schublade, gern einmal ein Gläschen über den Durst zu trinken. Das stimmt so aber nicht! Die Gesichtsrötung und die als „Knollen-, Kartoffel oder Säufernase“4 bezeichnete rote und verdickte Nase sind häufig Krankheitszeichen der Rosazea – und diese kann verschiedene Auslöser haben.

Auch wird Rosazea oftmals mit Akne verwechselt, jedoch fehlen hierfür die aknetypischen Hauterscheinungen wie Verhornungsstörungen und die Bildung von Mitessern. Die Bezeichnung „Acne rosacea“ ist dabei fälschlicherweise noch immer etabliert.


Was sind die Ursachen von Rosazea?

Bis heute sind die Ursachen für Rosazea noch nicht eindeutig geklärt. Die Neigung, auf verschiedene Reize mit Gesichtsrötungen zu reagieren (Fachspr.: Rosazea-Diathese), ist vermutlich genetisch veranlagt und entsteht durch ein Zusammenspiel des Nervensystems und äußeren Faktoren.5 Folgende äußere Einflüsse können den Ausbruch einer Rosazea begünstigen: 6; 7

  • Intensive UV-Strahlung und lange Sonnenbäder
  • Psychische Faktoren wie Gefühlsregungen oder Stress
  • Scharfe Speisen, heiße Getränke oder Alkohol
  • Körperliche Anstrengung
  • Heißes Duschen, Baden, oder Sauna
  • Temperaturreize (Hitze, Kälte oder starker Wind)

Rosazea Entwicklung

Drei Stadien der Hauterkrankung

Bei einem Rosazea Schub treten Rötungen abschnittsweise über mehrere Jahre auf und werden meist von unterschiedlichen Symptomen begleitet. Das erste Anzeichen ist dabei eine einfache Rötung im Gesicht. Diese tritt vor allem im Bereich der Wangen, Nase, Kinn und Stirn auf. In seltenen Fällen können die Rötungen auch bis an den Hals, den Nacken oder zur Brust reichen. In späteren Stadien nimmt die Empfindlichkeit der Haut deutlich zu und es treten vermehrt Entzündungen auf. Außerdem kann noch unangenehmes Jucken und Brennen der einzelnen Hautpartien auftreten.

Das Vorstadium wird dabei auch als „Rosazea-Diathese“ bezeichnet und beschreibt das Auftreten sogenannter „Flushes“ (plötzlich auftretende Hautrötungen). Diese Rötungen verschwinden dann genau so schnell wie sie aufgetreten sind.6

Rosazea wird dabei grundsätzlich in drei Stadien unterschieden:

Das Rosazea Anfangsstadium zeigt sich vor allem durch eine verstärkte Rötung der verschiedenen Hautpartien im Gesichtsbereich. Mit der Zeit kann sich aus den gelegentlichen Flushes eine dauerhafte Gesichtsrötung entwickeln – nämlich dann, wenn die verstärkte Durchblutung die feinen Gesichtsäderchen dauerhaft erweitert. Diese erweiterten Äderchen (Fachspr.: Teleangiektasien) machen sich vor allem in der Nähe von Talgdrüsen als kurze rote Linien unter der Haut bemerkbar. Außerdem können noch Gesichtschwellungen (Ödemen), raue Haut oder Hautabschuppungen hinzukommen. Auch ein Stechen, Brennen oder Jucken kann ein Symptom im ersten Stadium der Rosazea sein.

Im Stadium II der Erkrankung kommen zur dauerhaften Gesichtsröte, dem Juckreiz und dem Brennen auch noch entzündliche Pusteln und Knötchen hinzu. Die Symptome verschwinden erst nach mehreren Wochen und können fälschlicherweise leicht mit einer Akne verwechselt werden.7 Nach der Abheilung können kleine Narben auf den betroffenen Hautstellen zurückbleiben.

Beim dritten und schwersten Stadium der Rosazea bilden sich entzündliche Knötchen und Knoten an den Talgdrüsen und dem Bindegewebe aus8. Zudem ist die Haut in diesem Stadium verdickt und großporig und das Bindegewebe angeschwollen. In diesem Stadium bildet sich außerdem auch die sogenannte „Knollennase“ (Rosacea phymatosa) bei Männern aus und stellt eine besonders starke psychische Belastung dar.


Quellenangaben:

Quelle 1: Plewig and Kligman ́s Acne and Rosacea; Gerd Plewig, Bodo Melnik, WenChieh Chen; Springer International Publishing; ISBN: 9783319492742; Veröffentlicht 8. Juni 2019; Seite 519

Quelle 2: https://universal_lexikon.de-academic.com/293193/Rosazea

Quelle 3: Dermatologie und Venerologie; A. Greither; Springer Berlin Heidelberg; ISBN: 9783642668524; Veröffentlicht 12. März 2013; Seite 149

Quelle 4:  Rosacea; Howard I. Maibach, John Havens Cary; Springer International Publishing; ISBN: 9783030520977; Veröffentlicht 28. September 2020; Seite 519

Quelle 5: Rosacea; Howard I. Maibach, John Havens Cary; Springer International Publishing; ISBN: 9783030520977; Veröffentlicht 28. September 2020; Seite 20, Seite 25

Quelle 6:  Plewig and Kligman ́s Acne and Rosacea; Gerd Plewig, Bodo Melnik, WenChieh Chen; Springer International Publishing; ISBN: 9783319492742; Veröffentlicht 8. Juni 2019; Seite 518

Quelle 7: Essentials of Dermatology for Chiropractors; Michael Wiles, Jonathan Williams, Kashif Ahmad; Jones & Bartlett Learning; ISBN: 9781449662882; Veröffentlicht 15. August 2010; Seite 88

Quelle 8:  Plewig and Kligman ́s Acne and Rosacea; Gerd Plewig, Bodo Melnik, WenChieh Chen; Springer International Publishing; ISBN: 9783319492742; Veröffentlicht 8. Juni 2019; Seite 518-519